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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 22.10.2020

Gewinn aus der Veräußerung eines Mitunternehmeranteils

Der Gewinn aus der Veräußerung eines Mitunternehmeranteils entsteht im Zeitpunkt der Übertragung des wirtschaftlichen Eigentums auf den Erwerber unabhängig davon, ob der Kaufpreis sofort fällig, in Raten zahlbar oder langfristig gestundet ist und wann der Verkaufserlös dem Veräußerer tatsächlich zufließt. So entschied das Finanzgericht Bremen (Az. 1 K 220/18).

Streitig war hier die Höhe eines Veräußerungsgewinns.

Das Gericht wies bei seiner Entscheidung darauf hin, dass der Klägerin eine geltend gemachte Teilwertabschreibung zu Recht versagt worden war. Ein Ansatz der Forderung mit dem Teilwert scheide aus, weil dieser einen fortbestehenden Gewerbebetrieb voraussetze. Eine Teilwertabschreibung setze eine voraussichtlich dauernde Wertminderung voraus. Hierfür hätten hier hinsichtlich der Kaufpreisforderungen keine Anhaltspunkte vorgelegen.

Grundsätzlich sei die in Geld bestehende Gegenleistung für die Veräußerung eines Mitunternehmeranteils mit dem Nominalwert als Veräußerungspreis anzusetzen. Eine längerfristig gestundete Kaufpreisforderung sei bei der Ermittlung des Aufgabegewinns mit dem gemeinen Wert im Zeitpunkt der Veräußerung der zum Betriebsvermögen gehörenden Wirtschaftsgüter anzusetzen, da das Einkommensteuerrecht keine eigene Regelung für die Bewertung einer solchen Forderung enthalte. Gemeiner Wert einer gestundeten Kapitalforderung sei der Nennwert, wenn nicht besondere Umstände einen höheren oder geringeren Wert begründen. Die Berücksichtigung besonderer Umstände bei der Bewertung der Forderung setze voraus, dass sie der Kapitalforderung immanent seien. Dies treffe auf unverzinsliche Forderungen zu. Veräußerungspreis sei in diesem Fall der abgezinste Wert. Die spätere Zahlung des vollen Nennwerts führe dann zu Einnahmen aus Kapitalvermögen oder gewerblichen Einkünften. Allerdings sei eine unverzinsliche Forderung nur dann in einen Kapital- und Zinsanteil aufzuteilen, wenn die Forderung zu einem bestimmten Zeitpunkt fällig gestellt worden ist. Die Aufteilung komme daher nicht in Betracht, wenn die Vertragsparteien den Zeitpunkt der Kaufpreiszahlung weitgehend offengelassen haben.

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